1. Plugin-Konflikt nach Update
Die mit Abstand häufigste Ursache des WSoD sind Plugin-Konflikte, meist direkt nach einem Update. Ein Plugin wurde aktualisiert, ist aber inkompatibel mit der aktuellen WordPress-Version, einem anderen Plugin oder deinem Theme. PHP wirft einen Fatal Error, WordPress kann die Seite nicht rendern, du siehst weiß. Die schnellste Lösung: Plugins per FTP oder SSH umbenennen, was sie deaktiviert. Im Verzeichnis `/wp-content/plugins/` benennst du den Plugin-Ordner um (z.B. `myplugin` zu `myplugin_disabled`). Wenn die Site dann läuft, hast du den Verursacher gefunden.
Wenn du nicht weißt, welches Plugin schuld ist: Benenne den gesamten /plugins/-Ordner zu /plugins_disabled/ um. Wenn die Site dann läuft, ist es ein Plugin. Dann reaktivierst du einen nach dem anderen.
2. Theme-Inkompatibilität
Themes sind die zweithäufigste Ursache. Besonders nach Theme-Updates oder PHP-Version-Wechseln auf dem Server kann ein Theme inkompatibel werden. Funktionen, die in PHP 7 noch funktionierten, gibt es in PHP 8 nicht mehr. Die Lösung: Im Verzeichnis `/wp-content/themes/` umbenennst du das aktive Theme. WordPress fällt automatisch auf das letzte Default-Theme zurück (z.B. twentytwentyfour). Wenn die Site damit läuft, ist dein Theme der Übeltäter — entweder Update oder Custom-Code im Theme prüfen.
3. PHP-Memory-Limit überschritten
WordPress läuft standardmäßig oft mit 64MB oder 128MB PHP-Memory-Limit. Komplexere Sites mit WooCommerce, vielen Plugins oder schweren Theme-Funktionen brauchen mehr. Wenn das Limit überschritten wird, crasht PHP — weiße Seite. Die Lösung: In der `wp-config.php` ergänzt du folgende Zeile vor dem Kommentar "/* That's all, stop editing! */":
define('WP_MEMORY_LIMIT', '256M');
define('WP_MAX_MEMORY_LIMIT', '512M'); Wenn das nichts ändert, ist dein Hoster wahrscheinlich auf Server-Ebene limitiert. Dann musst du den Hoster kontaktieren oder die php.ini-Datei anpassen.
4. Korrupte .htaccess-Datei
Die `.htaccess`-Datei steuert auf Apache-Servern URL-Rewriting und einige PHP-Settings. Wenn sie kaputt ist (oft durch unsaubere Plugin-Edits oder manuelle Änderungen), gibt es zwar meist 500-Fehler, manchmal aber auch weiße Seiten. Die Lösung: `.htaccess` per FTP zu `.htaccess_backup` umbenennen, dann eine neue erzeugen. Im wp-admin unter "Einstellungen → Permalinks" einmal auf "Speichern" klicken — WordPress erstellt automatisch eine saubere neue Datei.
5. Abgebrochenes WordPress-Update
Wenn ein WordPress-Core-Update unterbrochen wurde (Browser geschlossen, Verbindung abgerissen, Server-Timeout), kann WordPress in einem inkonsistenten Zustand stecken. Die `.maintenance`-Datei im Root-Verzeichnis bleibt zurück und blockiert die Site. Die Lösung: Per FTP einloggen, die `.maintenance`-Datei löschen. Falls dann noch immer weiß: Update manuell abschließen, indem du WordPress-Core-Files manuell von wordpress.org aktuell herunterlädst und überschreibst.
6. Syntax-Fehler in functions.php
Wenn du Custom-Code in der `functions.php` deines Themes (oder Child-Themes) hinzugefügt hast und dabei einen Syntax-Fehler eingebaut hast (vergessenes Semikolon, unschließende Klammer), crasht PHP komplett — weiße Seite. Die Lösung: Per FTP die letzte Änderung rückgängig machen oder die `functions.php` vom Original-Theme wiederherstellen. Aktiviere für die Zukunft `WP_DEBUG`, dann siehst du Fehler statt weiße Seiten:
// In wp-config.php
define('WP_DEBUG', true);
define('WP_DEBUG_LOG', true);
define('WP_DEBUG_DISPLAY', false); 7. Korrupter Cache
Caching-Plugins wie WP Rocket, W3 Total Cache, oder Litespeed Cache können in seltenen Fällen korrupte Cache-Files erzeugen, die WordPress beim Auslesen crashen lassen. Die Lösung: Per FTP den Cache-Ordner leeren — meist unter `/wp-content/cache/`. Manchmal auch im Plugin-Verzeichnis selbst, je nach Cache-Plugin. Anschließend Page-Cache und Object-Cache komplett resetten.
8. Datenbank-Verbindungsproblem
In seltenen Fällen ist nicht WordPress selbst, sondern die Datenbank das Problem. Wenn die DB-Verbindung wegbricht, zeigt WordPress meist "Fehler beim Aufbau einer Datenbank-Verbindung", aber bei bestimmten Konfigurationen auch nur eine weiße Seite. Die Lösung: Prüfen, ob die DB-Server läuft (Hoster fragen), DB-Credentials in `wp-config.php` validieren, ggf. die DB-Tabellen via `wp db repair` reparieren.